/First Step/
Selbstwertgefühl? Nein.

Diagonose: Schwere Depression.
Tiefe Trauer, die sich ebenso tief in meine Seele frisst und von ihr Besitz einnimmt. Keine Worte um diesen Zustand zutreffend beschreiben zu können. Angst ist ein vorherrschendes Gefühl. Vielleicht noch stärker und mächtiger als diese, in meinem Körper umherirrende Melancholie. Die Einsamkeit spaziert Hand in Hand mit der puren Wut durch meinen Kopf. Macht hier und da halt & kratzt fürchterliche Gedanken in meine Schädelwand.

Wo das alles noch hinführen wird, ist eine Frage, die zwischen den ganzen wirren Gedankenfragmenten ihren Weg findet und mich ebenso plagt wie diese Erinnerungssplitter selbst.
Was ist nur aus mir geworden, frage ich mich. Abgelegt ist das falsche Lachen und die gespielte Lebenslust in den Augen.
Ich habe keine Lust und auch keinen Grund zum Lachen. ich bin verbittert und wütend. Und ich fühle mich ungerecht behandelt - nicht von anderen. Nur von mir. Von mir selbst. Die Ironie springt mir förmlich ins Gesicht, spreizt ihre Klauen um meinen Kopf & ich wünschte, sie würde ihn mir einfach abreißen.
Kein Ort für Gedanken. Kein Platz für Zweifel.
Ich brauche Gefühl. Ich brauche ein ganz bestimmtes Gefühl.
Ich brauche Selbstwertgefühl.

Ob und wenn ja, was und wie viel ich mir selbst wert bin, vermag ich gar nicht zu sagen. Eine Antwort auf diese Frage zu finden würde mich zu Boden reißen, die Wanne des Selbstmitleides vollaufen und mich darin ertrinken lassen. Ich muss leben. Und ich muss aufhören dem Leben aus dem Weg zu gehen. Es haftet eh an mir, wie ein schleimiges, zähes Kaugummi unter der Schuhsohle.
Und ich muss aufhören, aufhören zu wollen.
Einfach tun. Spontanität. Gefühl.
Kein Denken. Kein Durchdenken. Keine Nachdenken.
Und vor allem: kein Zerdenken.

13.10.11 18:20


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]